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Datum: 21.07.2016

ID: 866

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Der Himmel im Schuljahr 2015/16

Mag. Johannes Skala

Am 1.7.2015 waren Venus (Abendstern)und Jupiter sehr nahe (zwischen Krebs und Löwe). Die Bedeckungsserie von Aldebaran durch den Mond fand am 8.8.2015 – wie erwartet – seine Fortsetzung. Am 29.10.2015 dann die nächste Bedeckung, ebenso am 23.12.2015. Die Perseiden fielen am 12. und 13.8.2015 wieder durch Sternschnuppen auf. Weitere interessante Ereignisse im Herbst waren die totale Mondfinsternis am 28.9., Mars und Jupiter in Konjunktion (im Löwen, 17.10.).

Am 26.10.2015 standen Venus und Jupiter wieder beisammen (Venus mittlerweile als Morgenstern im Sternbild Löwe), am 3.11.2015 konnte eine Konjunktion von Venus und Mars im Sternbild Löwe mit Mars als rot-orangem Punkt beobachtet werden. Die Sternschnuppen der Leoniden im November waren heuer leider nicht gut zu sehen (in Osteuropa war die Beobachtungslage besser).

Am 14.12.2015 konnte man Geminiden-Sternschnuppen sehen, am 9.1.2016 trafen sich Venus und Saturn im Sternbild Skorpion. Eine weitere Aldebaran-Bedeckung durch den Mond gab es am 20.1.2016.

Am 9.3. fand eine totale Sonnenfinsternis im pazifischen Gebiet statt. Sie war von Europa aus nicht sichtbar, aber die Aufnahme des Mondschattens durch den Satellit DSCOVR der NOAA-Serie zeigt sehr schön das Aussehen einer Sonnenfinsternis, wie sie sich vom All aus präsentiert (siehe Bild; Quelle: NASA).

Ebenfalls im März war über Oberösterreich eine besonders helle Sternschnuppe gesichtet worden. Eine gute Woche später fand man auf der deutschen Seite des Inns einen Gesteinsbrocken, der wahrscheinlich von diesem Meteor stammt.

Am 6.4. verdeckte der Mond die Venus (also eine »Venusfinsternis"), am 9.5. konnte man einen Merkurtransit bei sommerlichem Wetter beobachten, dabei stellte sich Merkur vor die Sonne. Um 13.30 Uhr MESZ war Merkur schon als kleines dunkles Pünktchen in die Sonnenscheibe eingedrungen (siehe Foto). Allerdings eben recht klein, mit freiem Auge (und Augenschutzglas) kaum zu erkennen (siehe Bild; Aufnahme: J.S.; Anm.: etwas oberhalb der Sonnenmitte befindet sich ein Sonnenfleck) Die Wanderung des kleinen Planeten über die Sonnenscheibe konnte dank des schönen Wetters bis zum Sonnenuntergang verfolgt werden.

Ein kleiner astronomischer Ausblick: Am 22.8.2016 stehen Mars und Saturn beisammen im Skorpion, am 28.8. Venus und Jupiter gemeinsam zwischen Löwe und Jungfrau. Am 16.9.2016 wird es eine Halbschatten-Mondfinsternis geben, am 30.10. stehen Venus und Saturn nahe beisammen im Skorpion. Im Februar 2017 ist mit dem Auftauchen des Kometen 45P/Honda-Mrkos-Pajdusakova zu rechnen.

Auch einige Ereignisse der Raumfahrt scheinen heuer berichtenswert. Die Landesonde Philae meldete sich im vergangenen Sommer noch mehrmals, größere Datenmengen konnten jedoch nicht mehr übertragen werden. Die Muttersonde Rosetta entdeckte jedoch in der Gaswolke um den Kometen 67P/Tschurjumov-Gerassimenko erstmals Glycin, also eine Aminosäure und damit einen wichtigen Grundbaustein von Lebewesen. Außerdem Methylamin, Ethylamin und Phosphor. Die Pluto-Sonde New-Horizons, die seit 2006 im All ist, liefert spektakuläre Bilder von Pluto. Offensichtlich ein sehr interessanter Himmelsköper, der allerdings mittlerweile seinen Status als Planet verloren hat.

Im Februar schoss Nordkorea einen Satelliten (Gwangmyeongseong-4) in die Erdumlaufbahn. Vermutlich ein Aufklärungssatellit, genaueres ist nicht bekannt. Im März 2016 startete die europäisch/russische Mars-Sonde »Trace Gas Orbiter" im Rahmen des Exo-Mars Projektes vom Weltraumbahnhof Baikonur aus ins All. Ihr Flug zum Mars wird 7 Monate dauern, bevor sie in die Marsumlaufbahn einschwenkt. Von dort soll sie auch eine Landeeinheit (Schiapparelli) auf dem Mars absetzen. Bis jetzt verläuft der Flug störungsfrei. Ebenfalls im März startete wieder eine Cygnus-Kapsel zur Internationalen Raumstation ISS. Diesmal ohne Probleme. Im April und Mai 2016 ist es dem Raumfahrtunternehmen Space-X gelungen, die Startstufe einer Rakete wieder unversehrt auf der Erde zu landen. Mit diesem Verfahren sinken die Kosten für einen Raumflug dramatisch. Derzeit ist die NASA auf private Raketenhersteller angewiesen.

Das wichtigste Ereignis stammt allerdings nicht aus der Raumfahrt: Wissenschaftler des US-Spezialobservatoriums Ligo haben offensichtlich Gravitationswellen, die beim Zusammenstoß zweier Schwarzer Löcher entstanden sind, nachgewiesen. 100 Jahre nach der Vorhersage dieses Effektes durch Einsteins Relativitätstheorie, scheint nun der letzte noch ausständige Nachweis der Richtigkeit dieser Theorie gelungen zu sein. Wenn die Überprüfung der Ergebnisse standhält, wird ein Nobelpreis wohl unvermeidlich sein.

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