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Datum: 08.06.2014

ID: 635

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Investitionen
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Der Himmel im Schuljahr 2013/14

Mag. Johannes Skala

Am 20.9.2013 standen Venus und Saturn im Südwesten nahe beisammen. Die Halbschatten-Mondfinsternis am Morgen des 19.10. war erwartungsgemäß kaum zu sehen. Der sehnlichst erwartete Komet Ison (c/2012 s1) erreichte am 28. November 2013 den sonnennächsten Punkt. Den nahen Vorbeiflug überstand er allerdings nicht: Zunächst löste sich der Kern auf, wenige Tage später verblassten auch die letzten Reste des Schweifes.

Am 20.2.2014 kam uns der um die 80 Meter große Asteroid 2014 br57 bis auf die 4,4-fache Monddistanz nahe. Derartige Vorgänge sind mehrmals im Jahr zu beobachten. Zum Glück wird die Erde nur sehr selten getroffen. Am 26. Februar stand die Venus am Morgen knapp über der abnehmenden Mondsichel tief am Südosthimmel. Neumond gab es jedoch im Februar keinen. Das liegt daran, dass der Februar nur 28 Tage hat, der mittlere Zeitabstand zwischen zwei Neumondphasen aber 29,5 Tage beträgt. Diesmal ging sich eine Neumondphase nicht aus.

Am 20.4.2014 wurde ein greller Blitz über Murmansk in Russland beobachtet. Vermutlich ein explodierender Meteorit. Er könnte mit dem Meteorschauer der Lyriden in Zusammenhang stehen. Allerdings war ein ähnliches Ereignis schon am 25. März in der Nähe von Jakutsk beobachtet worden. Die Erscheinungen waren deutlich schwächer als das Ereignis in Tscheljabinsk des Vorjahres.

Seit August 2013 befindet sich der 34 cm große Roboter Kirobo auf der Internationalen Weltraumstation Iss. Er begleitete den japanischen Kom- mandanten Koichi Wakata. Ausgerüstet mit Sprachverständnis und einer Videokamera erleichtert er die Dokumentation der Experimente. Nebenbei sorgt er auch noch für die Unterhaltung der Crew. Im Mai 2014 kehrte Wakata wieder zur Erde zurück, Kirobo wird aber noch mindestens bis Dezember im All bleiben.

Die Lebenszeit der Iss wird wohl bald zu Ende gehen. Russland wird die Unterstützung der Station 2020 einstellen, wodurch dann keine Trans- portmöglichkeit für Astronauten zwischen Erde und Iss mehr besteht. Ein Ausweg könnte der kleine amerikanische Raumgleiter Dragon sein, wenn er mit Lebenserhaltungssystemen ausgerüstet wird. Außerdem arbeitet die Nasa am Orion-Projekt, das bis zu sechs Astronauten transportieren könnte. Einsatzbereit wird die Kapsel allerdings erst nach 2020 sein. Die Europäische Raumfahrtorganisation Esa hat bereits eine rückkehrfähige Kapsel gebaut, das Projekt jedoch wieder auf Eis gelegt.

Am 15.9.2013 brachte eine neuartige dreistufige Rakete vom japanischen Weltraumbahnhof Uchinoura (angeblich dem schönsten Raketenstartplatz der Welt) aus das Weltraumteleskop Sprint-a in die Umlaufbahn. Am 18.9.2013 startete erstmals eine Antares-Rakete der Firma Orbital Sciences mit der neuentwickelten Cygnus-Versorgungskapsel zur Iss. Wegen Com- puterproblemen konnte sie erst am 29.9. an der Raumstation andocken. Im ganzen sind acht Flüge vorgesehen. Die Kapsel ist jedoch nicht wiederver- wendbar und verglüht beim Eintritt in die Erdatmosphäre.

Im November 2013 hat auch Indien vom Startplatz Sriharikota eine Ra- kete gestartet. Mangalyaan soll im September 2014 eine Umlaufbahn um den Mars einschlagen. Dies wäre die erste asiatische Sonde, die nach den fehlgeschlagenen Versuchen von Japan und China den Mars erreicht. Im Oktober 1013 konnte ein großes Stück (600 Kilogramm schwer) des im Februar bei Tscheljabinsk abgestürzten Meteoriten, der um die 17 Meter Durchmesser hatte, geborgen werden. Es gehört damit zu den zehn größten Fragmenten eines Himmelskörpers, die je gefunden wurden.

Am 14.12.2013 landete das unbemannte chinesische Raumschiff Chang’e 3 (benannt nach der chinesischen Mondfee) nahe der Regenbogenbucht auf dem Mond. Der mitgebrachte sechsrädrige Roboter Yutu (Jadehase) stellte bei seinen Untersuchungen verschiedene Metalle, besonders Titan, im Bo- den fest. Probleme mit der Stromversorgung begrenzten seine Fahrtstrecke allerdings auf etwa 100 Meter. Die Mission, die auf drei Monate konzipiert war, wurde auch von der Esa mitbetreut.

Eine interessante Mission steht kurz vor ihren abschließenden Manövern: Die am 2.3.2004 gestartete Raumsonde Rosetta der Esa ist am 20. Jänner erfolgreich aus ihrem zweijährigen »Winterschlaf« erwacht und wird im Au- gust in eine Umlaufbahn um den Kometen 67p/Tschurjumov-Gerasimenko einschwenken. Nach einer intensiven Vermessungsphase soll im Novem- ber das Landemodul Philae aufsetzen und zehn Experimente durchführen, die die Beschaffenheit des Kometen untersuchen und Hinweise auf die Frühphase des Universums geben sollen. Die Sonde hat bereits viele Beob- achtungen gemacht, so den Einschlag des Impaktors der Sonde Deep Impact auf dem Kometen Tempel-1 am 4.7.2005, den Asteroiden (2867) Šteins und den 100 Kilometer großen Asteroiden Lutetia (die Namen Rosetta und Philae beziehen sich auf die Umstände der Entzifferung der ägyptischen Hieroglyphen).

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