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Datum: 13.06.2012

ID: 493

Zuordnung:
Investitionen
Physik

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Der Himmel im Schuljahr 2011/12

Mag. Johannes Skala

Am 4. Juli 2011 erreichte die Erde ihren sonnenfernsten Punkt mit 152,1 Millionen Kilometern Abstand zur Sonne. Vom Sommer 2011 bis zum Frühling 2012 war Jupiter besonders schön zu sehen (Oppositionsschleife von 30. August bis 25. Dezember). Die folgende Aufnahme von Jupiter (links) und Mond (Mitte) stammt vom 3.1.2012 kurz nach Mitternacht (– der Stern im ersten Bild rechts unten ist η-Piscium, ein eher unbedeutender Stern im Sternbild Fische, allerdings befindet sich daneben der Spiralnebel M74)

Am 13. Oktober 2011 stand der Saturn nahe bei Jupiter (Konjunktion). Im März tauchten Mars im Osten und Venus als Abendstern im Westen auf. Am 6.6.2012 fand am Morgen der letzte Venustransit für 105 Jahre statt. Er begann bereits um Mitternacht und dauerte bis fast 7 Uhr MESZ. Die Venus wanderte dabei von von links nach rechts durch die obere Hälfte der Sonnenscheibe. Bei uns ging die Sonne erst um 5 Uhr auf, sodass nur die letzte Phase verfolgt werden konnte (zweites Foto – OStR Mag. Franz Schneider).

China hat das erste Modul für seine Raumstation »Tiangong 1« (»Himmels- palast 1«) im September erfolgreich ins All gebracht. Im Laufe des Jahres ist auch der Besuch durch »Taikonauten« (wie die Chinesen ihre Raumfahrer nennen) geplant. Im Dezember starteten zwei Marssonden: Phobos Grunt, eine russische Sonde, sollte auf dem Marsmond Phobos landen und die Bodenbeschaffen- heit untersuchen. Sie kam allerdings nur bis in die Erdumlaufbahn. Aus nicht vollständig geklärten Umständen gelang das Einschwenken in Rich- tung Mars nicht. Die Sonde stürzte im Jänner in den Pazifik. Die kurz nach ihr gestartete amerikanische Sonde MSL Curiosity hatte ebenfalls Prob- leme. Der ausgefallene Bordcomputer konnte aber durch einen Funkbefehl neu gestartet werden. Die Sonde wird nun voraussichtlich Anfang August auf dem Mars im Gale-Krater landen. Eine umfangreiche Laborausrüstung ermöglicht eine intensive Untersuchung der Sedimente, die sich im Lauf der Marsgeschichte abgelagert haben. Besonderes Augenmerk wird auf Lebensspuren gerichtet sein.

Die Störungen der Raumsonden können möglicherweise auf einen Sonnen- sturm im Dezember 2012 zurückgeführt werden. In Skandinavien war er mit eindrucksvollen Nordlichtern verbunden. Auf der Erde traten zum Glück keine Schäden auf. Im April konnte die vor acht Jahren gestartete Marssonde MER Opportunity nach ihrer Winterruhe neuerlich reaktiviert werden. Sie wird schon von einigen Alterserscheinungen geplagt. Beispielsweise muss sie im Rückwärtsgang fahren, um ein kränkelndes Vorderrad zu entlasten. Solange die Elektronik noch funktioniert, wird das Projekt aber fortgesetzt.

Der Frühling begann heuer bereits am 20. März. Dies wird bis auf weiteres so bleiben. Der Grund liegt in der Schwierigkeit, die Tages- und Jahreslänge auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Um nicht das Jahr mitten am Tag zu wechseln, werden Abweichungen vom wahren Jahresbeginn in Kauf genommen.

Im Mai dockte erstmals ein von einer Privatfirma entwickeltes Raum- fahrzeug an der ISS (Internationale Raumstation) an. Der von der Firma Space-X entwickelte Transporter »Dragon« (unterstützt von NASA und der Amerikanischen Marine) brachte 500 kg Nahrungsmittel zur ISS. In Zukunft wird er – ähnlich wie das europäische ATV-Transportraumschiff – an der Versorgung der Raumstation mitwirken. Bis 2017 soll die Rakete auch Menschen transportieren können.

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