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Datum: 25.09.2009

ID: 348

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Biologie und Umweltkunde

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Meeresbiologische Woche in Rovinj

Mag. Christine Ehrlich

Am Sonntag, dem 13. September 2009, starteten 32 Schüler der 7. Klassen (11 aus 7A, 21 der 7C) mit den Begleitlehrern Prof. Gerhard Appeltauer und Prof. Christine Ehrlich sowie der Studentin Claudia Wendl um 7.00 Uhr zur Projektwoche nach Kroatien. Nach einem längeren Aufenthalt in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana (wunderschöne Altstadt mit hinreißender Atmosphäre!) erreichten wir gegen 18.30 Uhr Rovinj. Dort erfolgte die Unterbringung aller Teilnehmer in Kleinwohnungen von Privathäusern. Den ersten Tag beendeten wir mit einem »Spaziergang« in die Stadt, um uns mit den örtlichen Gegebenheiten vertraut zu machen.

Der Montagmorgen präsentierte sich uns mit starker Bewölkung, und Donnergrollen kündigte die vorhergesagte Schlechtwetterfront an. Glücklicherweise hatten die Kursleiterinnen für diesen Tag nur eine ausführliche Stadtbesichtigung und »Trockentraining«, d.h. Sezieren und Bestimmen von Fischen, die in der Umgebung gefangen worden waren, geplant. Ab 15 Uhr verhinderten Gewitter mit heftigsten Regenschauern weitere Programmpunkte.

Da am Dienstag das Wetter besser war, fuhren wir mit einem Schiff zur Insel Giovanni. Erstmals wurde ausgiebigst geschnorchelt, wobei einzelne Fischarten, Seeigel, Krabben usw. in ihrem natürlichen Lebensraum beobachtet werden konnten. Dann folgten Vorträge sowie eine Gruppeneinteilung der Schüler. Jede Gruppe bekam ein eigenes Thema (z.B. Krustentiere) zur Bearbeitung in Auftrag. Über die Details mussten sie sich aus mitgebrachten Büchern informieren und ihre Ergebnisse in Kurzreferaten präsentieren. Nach dem Abendessen ging es nochmals zur Schiffsanlegestelle im Hafen zum »Planktonfischen« bei Nacht. Mittels Taschenlampen wurden Schwebeorganismen angelockt, mit feinmaschigen Netzen gefangen und in den mitgebrachten Kübeln beobachtet. Doch wegen der unruhigen See – Vorboten der nächsten Gewitterfront – war die Ausbeute eher gering.

Wie angekündigt, herrschte am Mittwoch regnerisches Wetter. Deshalb trat unser Schlechtwetterprogramm – Besuch des Aquariums in Pula – in Kraft. Im Großen und Ganzen ist dies ein lohnenswerter Ausflug, weil man mit allen Lebewesen konfrontiert wird, die man in der Adria antreffen kann. Da aber die artgerechte Tierhaltung einiges zu wünschen übrig lässt (viel zu kleine Aquarien, zu wenig Sauerstoff, zahlreiche tote Fische in den einzelnen Becken, …) waren wir doch ziemlich enttäuscht, ja sogar empört wegen der Tierquälerei. Beim anschließenden Stadtrundgang besichtigten wir das Amphitheater, den kleinen Triumphbogen und die alte römische Stadtmauer. Auf der Rückfahrt nach Rovinj setzte heftiger Gewitterregen ein. Der Rest des Tages stand zur freien Verfügung.

Am Donnerstag stand der Lebensraum »Seegraswiese« auf dem Programm. Daher bestiegen wir um 9 Uhr unser Schiff, um zur Salina zu gelangen. Einige 100 Meter vom Ufer entfernt rief plötzlich jemand: »Da springt ein Delphin!« Wir wendeten, fuhren wieder Richtung Hafen und konnten tatsächlich zwei Delphine beobachten, die sich wahrscheinlich wegen der Abfälle der Fischfabrik in die Bucht von Rovinj verirrt hatten. Auch unsere Kursleiterinnen waren begeistert, hatten sie doch so etwas noch nie erlebt. Wegen der Überflutung des Ufers konnten auf der »Seegraswiese« nicht die erhofften Steckmuscheln, Seeanemonen usw. aufgefunden werden, dafür wurden die Schüler mit einer gewaltigen Schlammschlacht entschädigt.

In einer anderen Bucht ging es wieder zum Schnorcheln, und das zuvor theoretisch erworbene Wissen konnte an lebenden Beispielen praktisch angewandt werden. Um 9 Uhr fuhren wir am Freitag mit der Fähre zur Isola Santa Katarina. Endlich hatte der Wettergott ein Einsehen, und es herrschten ideale Verhältnisse fürs Klippenspringen, wozu die Schüler nach einem Vortrag über Fels-Lithoral und Schnorcheln Gelegenheit hatten.

Neben diesem Highlight wurden unsere Schüler auch beim Schnorcheln mit reichhaltigen Funden belohnt: Sie entdeckten Seeigel, Seespinnen, unzählige Krabben, … und sogar zwei tote Katzenhaie. Die diesbezüglichen Spekulationen, Haifleisch sei ungenießbar, weswegen wahrscheinlich die Haie von den Fischern aus ihren Fangvorrichtungen wieder ins Meer befördert werden, stießen bei unseren Meeresbiologen auf heftigste Empörung. Nach sorgfältigen »Zimmerkontrollen« verließen wir Rovinj am Samstag, dem 19. 9., in den frühen Morgenstunden. Ungefähr zwei Stunden später erreichten wir Postojna, wo wir an einer Führung durch die beeindruckend riesigen Tropfsteinhöhlen teilnahmen. Dann ging es unweigerlich Richtung Heimat. Wir kamen um 18 Uhr gesund und munter in Waidhofen an und waren einhellig der Meinung, dass diese überaus lehr- und ereignisreiche Woche ruhig länger hätte dauern können.

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