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Datum: 10.06.2010

ID: 339

Zuordnung:
Investitionen
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Der Himmel im Schuljahr 2009/10

Mag. Johannes Skala

Am 14. August war Jupiter in bester Jahresstellung (im Steinbock), ab September Venus als Morgenstern sichtbar. Am 13. 1. 2010 besuchte uns ein kleiner Asteroid und flog in 115000 km (1/3 Monddistanz) an der Erde vorbei. Die Russische Raumfahrtbehörde ROSKOSMOS plant eine Mission zum wesentlich gefährlicheren Asteroiden Apophis. Sein Zusammenstoß mit der Erde 2029 oder 2036 scheint nach neueren Berechnungen aber nun doch ziemlich unwahrscheinlich zu sein.

Am 15.1. fand eine ringförmige Sonnenfinsternis statt, leider nur sichtbar in Afrika, Indien, Thailand und China. Am 29.1. war Mars in bester Jahresstellung (Im Sternbild Krebs), nur 99 Mio km entfernt.

Die für diesen Termin vorgesehene Marssonde konnte wegen Lieferproblemen bei einem Bauteil nicht mehr rechtzeitig losgeschickt werden. Sie wird daher erst 2011 (vermutlich im Oktober) starten können. Das lieferwagengroße fahrbare Labor wird sich intensiv der Suche nach Lebensspuren widmen.

Ab Ende März war Venus wieder Abendstern und Saturn in bester Jahresstellung (in der Jungfrau). Im Juni sind Jupiter und Uranus sehr eng zusammen im Sternbild Fische zu finden.

Ein Ausblick: Am 4. Jänner 2011 wird wieder eine Sonnenfinsternis in Mitteleuropa zu sehen sein. Allerdings wird die Sonne nur zu ca. 80 % vom Mond verdeckt, sodass sie ohne Vorwissen kaum auffallen wird.

Insgesamt war es ein astronomisch recht ruhiges Jahr. Die Sonne war weiterhin zu wenig aktiv. Allerdings machen sich langsam wieder erste Sonnenflecken und entsprechende Erscheinungen, wie Nordlichter und Funkstörungen, bemerkbar. Die starke Bewölkung vereitelte so manche Beobachtung. Interessanterweise war während der Beeinträchtigung des österreichischen Luftraumes durch den Isländischen Eyjafjallajökull-Vulkan im April 2010 der Himmel klar. Ob dies die Vulkanasche in der Atmosphäre oder der fehlende Flugverkehr verursachte, bleibt ungeklärt.

Die seit Mai 2008 auf dem Mars befindliche Sonde Phoenix hat offensichtlich den Winter nicht überstanden. Seit dem Marsfrühlingsbeginn am 26. Oktober 2009 wurde versucht, mit ihr Kontakt aufzunehmen. Das Lazarus-System, das ihr Wiedererwachen melden sollte, hatte sich als fehlerhaft herausgestellt, sodass auch eine funktionierende Sonde Probleme beim Wiederherstellen der Kommunikation gehabt hätte.

Fotos, die aus der Umlaufbahn gemacht wurden, zeigen aber, dass offenbar ein Sonnenpaddel unter der Schnee- und Eislast abgebrochen ist. Die Ergebnisse der Mission waren trotzdem sensationell: Wasser, lebensfreundliche Bodenbeschaffenheit, aber auch eine eigenartige Sauerstoffverbindung konnte Phoenix feststellen.

Mit dem Jahr 2010 geht 40 Jahre nach der ersten Mondlandung der NASA die Ära der bemannten Raumfahrt Amerikas vorläufig zu Ende. Die Space-Shuttles, von denen bereits zwei abgestürzt sind, werden aus Altersgründen aus dem Verkehr gezogen und verkauft. Das Nachfolgeprojekt ORION ist noch nicht ausreichend gediehen und wird möglicherweise überhaupt nicht mehr in der ursprünglichen Form weiterentwickelt. Damit ist auch die angedachte Mondbasis nicht mehr zu realisieren. Die einzige Nation, die derzeit Menschen zur Internationalen Raumstation ISS bringen kann (und will) sind derzeit die Russen mit ihren Sojus-Raumschiffen. China, das ebenfalls schon bemannte Raumflüge durchgeführt hat, macht bei der ISS nicht mit, und die Europäische Raumfahrtorganisation ESA hat frühestens in fünf Jahren lebenserhaltende Raumkapseln. Immerhin kann sie schon Versorgungsflüge zur ISS durchführen, sonst wäre der Weiterbetrieb der Raumstation sehr problematisch. Trotz aller Schwierigkeiten will Amerika bis 2035 ein bemanntes Raumschiff zum Mars schicken. Zwischenzeitlich wird unser Sonnensystem vor allem durch unbemannte Sonden erforscht.

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