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Datum: 20.05.2008

ID: 259

Zuordnung:
Unterwegs
Geschichte, Sozialkunde und politische Bildung

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Diskussion mit Bundeskanzler Dr. Alfred Gusenbauer

OStR Mag. Dr. Harald Hitz

29 Schüler und Schülerinnen aus den Klassen 6A und 7C, zwei Professoren und ein Direktor machten sich am Dienstag, 29. April 2008 zu nachtschlafener Zeit um 6.30 Uhr auf den Weg nach Wien. Ziel war das Parlament – der 2. Präsident des Nationalrates, Dr. Michael Spindelegger, hatte unsere Schule eingeladen, an der Veranstaltung »Schülerfragestunde« teilzunehmen. Als Regierungsmitglied hatte erstmals Bundeskanzler Dr. Alfred Gusenbauer zugesagt, sich den Fragen unserer Schüler/-innen zu stellen – es war also eine doppelte Premiere. Da nur 30 Schüler/-innen daran teilnehmen durften, mussten die Besucher der Unverbindlichen Übung »Politische Bildung« sogar ein Quiz ablegen, um sich für die Fahrt nach Wien zu qualifizieren.

Im Parlament begann um 8.50 Uhr eine gut gelungene Führung durch das »Hohe Haus«. Besonders genau besichtigt wurden der Nationalratssitzungs- und der historische Sitzungssaal, das ist der alte Reichsratssitzungssaal aus der Monarchie, in dem in der Republik die Bundesversammlung zusammentritt. Auftretende Fragen der Klassen wurden erschöpfend vom Begleiter beantwortet. Hierauf nahmen die Schüler/-innen im Saal III Platz.

Kurz vor 10 Uhr erschien der 2. Präsident des Nationalrates, Dr. Michael Spindelegger, begrüßte die Anwesenden und erläuterte den Ablauf der Fragestunde. Unter dem Blitzlichtgewitter zahlreicher anwesender Pressefotografen (auch Prof. OStR Mag. Franz Schneider fotografierte eifrig!) erschien sodann Bundeskanzler Dr. Alfred Gusenbauer. Nach der Begrüßung erläuterte er in einem kurzen Statement die derzeitigen Hauptthemen der Regierung und berichtete freimütig über seinen vom Morgen bis in den späten Abend verplanten Arbeitstag am Beispiel des 29. April. So wies er auch auf die am Nachmittag am Programm stehende Regierungssitzung hin, wobei er sich sehr optimistisch über eine mögliche Einigung über den Nichtraucherschutz in Lokalen zeigte. (Er hatte recht: Der Durchbruch in der Regierung in dieser Frage wurde am späten Dienstagnachmittag erzielt.)

Daraufhin begann die »Fragestunde«. Zwölf Fragesteller/-innen aus den beiden Klassen waren Präsident Dr. Spindelegger, der die Fragestunde in Anlehnung an parlamentarische Gepflogenheiten leitete, bereits im Vorhinein bekannt gegeben worden. Flora Löffelmann (6A) eröffnete den Reigen der Fragen, zu denen auch noch Zusatzfragen gestellt werden konnten. Es folgten mit verschiedenen Themen die elf weiteren Fragesteller/-innen: Katharina Marchsteiner, Patrick Mostböck (ein zweites Mal zusätzlich in Vertretung für einen erkrankten Schüler), Matthias Steindl, Raphael Tuna, Manuel Weber, Ingo Bandhauer, Lucas Fraberger, Florian Kollenz, Ira Paschinger und Florian Wurz.

Bundeskanzler Dr. Gusenbauer beantwortete alle Fragen – manche kurz, viele sehr ausführlich. So stellte er fest, dass er persönlich sehr gerne mit 16 Jahren gewählt hätte, weil er in diesem Alter schon damals politisch sehr interessiert und außerdem Schulsprecher am BG Wieselburg war. Eine derzeitige »Politikverdrossenheit« ortete er nicht bei den Jugendlichen, sondern nur in einigen anderen Altersgruppen. Zum Umgang mit Karikaturen meinte er, dass es für einen Politiker besser ist, wenn er in den Medien vorkommt als wenn er totgeschwiegen wird. Besonders ausführlich setzte er sich mit dem Thema »Inflation« auseinander und erläuterte unseren Schülern/-innen die Linie der Regierung zur Bekämpfung dieses Phänomens. Auf einen etwaigen Olympia-Boykott Österreichs angesprochen, stellte er fest, dass Österreichs Sportler/-innen unbedingt in Peking antreten, aber österreichische Politiker/-innen nicht dabei sein sollten. Für sich selbst schloss er eine Reise nach Peking unter den derzeitigen Umständen dezidiert aus. Auch Fragen zur Region Waldviertel (Infrastruktur – er ist für die Erhaltung der Thayatalbahn, die betriebswirtschaftlichen Werte aber sind leider negativ; Bildung – er könnte sich eine verstärkte Fachhochschulausbildung auf der Basis von Außenkursen, so wie dies derzeit schon geschieht, vorstellen) beantwortete er ausführlich.

Am Ende der Fragestunde bedankten sich Bundeskanzler Dr. Alfred Gusenbauer und Präsident Dr. Michael Spindelegger für die interessanten Fragen und wünschten den Schülern/-innen alles Gute für die weitere Schullaufbahn. Anschließend ging es in die Säulenhalle des Parlamentsgebäudes zum Gruppenfoto, der Bundeskanzler erfüllte auch Autogrammwünsche.

Nach einer kurzen Mittagspause besichtigten die beiden Klassen in der Hofburg die Silberkammer sowie die Kaiser- und Sisi-Appartements.

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